Individualsoftware und KI: Was sich ändert, was bleibt

Das Wichtigste in Kürze

  • KI übernimmt in der Softwareentwicklung heute vor allem Routinearbeit: Codegerüste, Refactoring, Testfälle, Dokumentation.
  • Softwareprojekte scheitern meist an unklaren Anforderungen, uneinheitlichen Datenmodellen und undokumentierten Altsystemen. Schnelleres Codeschreiben ändert daran wenig.
  • Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit einem Entwicklungspartner verschiebt sich in Richtung Architektur, Anforderungsklärung und Wartbarkeit über Jahre.
  • Wir evaluieren derzeit, welche KI-gestützten Werkzeuge und Arbeitsweisen sich in unseren Projekten bewähren.

Die Frage stellt sich gerade in vielen IT-Abteilungen: Wenn ein Sprachmodell in Sekunden funktionierenden und echt guten Code liefert, wozu dann noch ein Partner für Individualsoftware?

Die Frage ist berechtigt und verdient eine gut überlegte Antwort. Was KI im Entwicklungsalltag tatsächlich übernimmt, lässt sich inzwischen recht genau beschreiben. Ebenso, woran Projekte weiterhin scheitern.

Was KI in der Entwicklung von individuellen Softwarelösungen heute übernehmen kann

KI bringt unglaublich viel Effizienz in die Softwareentwicklung. Der Zeitgewinn ist riesig, insbesondere dort, wo Arbeit repetitiv ist. Codegerüste für neue Module, Migrationsskripte und Testfälle, die vorher aus Zeitgründen nicht geschrieben wurden, sind nun auf die Schnelle möglich. Refactoring bestehender Klassen, Dokumentation, die sonst am Ende eines Sprints liegen bleibt, und, und, und. Auch das Einlesen in fremden Code geht schneller.

Aber Vorsicht: Das Ergebnis muss geprüft werden und zwar jedes Mal. Ein Sprachmodell liefert plausiblen Code, keinen garantiert korrekten. Wer ein Kernsystem für einen Finanzdienstleister oder eine Anwendung im Gesundheitswesen betreibt, kann ungeprüften Code auf keinen Fall in Produktion nehmen. Die Verantwortung für Korrektheit, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit bleibt beim Entwicklungsteam. Sie lässt sich nicht delegieren.

KMU bespricht Lösungen zu KI und Individualsoftware

Woran Softwareprojekte weiterhin scheitern

Schauen wir uns einmal einen typischen Fall an: Ein Unternehmen will seine Kundendaten in eine neue Anwendung überführen. Der Verkauf zählt Interessenten zu den Kunden. Die Buchhaltung zählt nur Firmen mit Rechnungsbeziehung. Der Support zählt jeden, der je ein Ticket eröffnet hat. Drei Abteilungen, drei Ansichten. Bevor die Software gebaut wird, muss jemand festlegen, welche Definition gilt, oder das Datenmodell muss alle drei abbilden.

Ähnlich ist das bei älteren Systemen, die abgelöst werden sollen. In einer Anwendung, die seit fünfzehn Jahren läuft, steckt Logik, die höchstwahrscheinlich nie jemand aufgeschrieben hat. Sonderfälle, Umgehungen oder Regeln, die einst für einen einzigen Grosskunden eingebaut wurden. Was das System tatsächlich tun soll, weiss nur, wer das Geschäft kennt. Bei einer Systemablösung besteht die Arbeit deshalb vor allem darin, diese Regeln durchzugehen: Was ist weiterhin gültig, was kann man ersatzlos streichen, oder anders lösen? Das geht nur im Gespräch mit den Menschen, die täglich mit dem System arbeiten, und nur schrittweise.

Beide Probleme lassen sich im Moment noch nicht durch KI lösen.

Was sich in der Zusammenarbeit verschiebt und wie wir bei 08EINS damit umgehen

Wenn Routinecode weniger Zeit kostet, verschiebt sich das Gewicht eines Projekts nach vorne und nach hinten zugleich. Nach vorne, weil Anforderungsklärung und Architekturentscheide intensiver und damit teurer werden. Nach hinten, weil Wartbarkeit über Jahre darüber entscheidet, ob eine Anwendung eine Investition bleibt.

Wir evaluieren derzeit, welche KI-gestützten Werkzeuge und Arbeitsweisen sich in unseren Projekten bewähren. Dabei fragen wir uns: Wo wird mithilfe von KI Zeit eingespart, ohne dass Qualität, Nachvollziehbarkeit und Wartbarkeit darunter leiden? Was diesen Test besteht, setzen wir ein, und der Gewinn kommt bei unseren Kunden an.

Nach über 25 Jahren Entwicklungsarbeit in Chur haben wir einige Technologiewellen kommen und gehen sehen. KI ist mit Sicherheit die disruptivste und wird sich langfristig halten und durchsetzen. Genau darum ist es wichtig, dass wir genau evaluieren, welche Hilfe sie uns bieten kann.

Im Gespräch bleiben

Flurin Carigiet und das Team in Chur begleiten diesen Schritt bei laufenden und neuen Projekten. Wenn Sie überlegen, was KI für Ihre eigene Software sinnvoll bedeutet, schauen wir uns Ihre Ausgangslage gerne gemeinsam an. Melden Sie sich für ein unverbindliches Erstgespräch, wir ordnen mit Ihnen ein, wo sich der Aufwand lohnt und wo nicht.