25 Jahre 08EINS – Ein Blick zurück in die Softwarewelt von 2000

Die 08EINS Gruppe ist 25 Jahre alt. Ein Vierteljahrhundert ist seit der Gründung im Jahr 2000 vergangen. Damals klang das Internet nach Modem, Bildschirme waren röhrenförmig und schwer, und die „Cloud“ war vor allem am Himmel. Zeit für einen Rückblick mit Retrocharakter. Achtung, Nostalgie-Alarm: Unsere fünf Beispiele zeigen, wie sich die digitale Welt seitdem weiterentwickelt hat.

„Piiiep-krrrkschhhh“ – wie schnell war das Internet wirklich?

56k-Modem hiess theoretisch 56 kbit/s. In der Praxis eher 4–7 KB pro Sekunde. Ein 1-MB-Download dauerte gut drei Minuten, ein Urlaubsfoto in Originalgrösse auch mal länger. Nebenbei blockierte das Telefon. Wer damals eine Website veröffentlichte, lernte schnell: Jedes Kilobyte zählt.

Damals: Startseite mit 80 KB? Schnell. Ein animiertes GIF? Luxus. Autoplay-Video? Unvorstellbar.

Unhandliche Speichermedien

USB-Sticks waren selten. Disketten mit 1.44 MB waren Standard, CD-Brenner die Sensation. Software kam als „Setup Disk 1–4“, Projekte passten in eine Schuhschachtel voller Rohlinge. Wer grosse Daten verschickte, tat das…einfach nicht. Man brachte sie vorbei.

Damals: „Hast du die letzte Version auf Diskette?“ – „Nein, die ist voll. Ich nehme zwei.“

Chatten (un)limited

ICQ und MSN Messenger prägten den Alltag: Status „Away“ und das legendäre „Uh-oh!“. Unterwegs gab es SMS mit maximal 160 Zeichen und T9 Tastatur auf dem Handy (wenn man überhaupt ein Handy hatte). Tipp-Tempo und “blind” schreiben war eine bewundernswerte Kompetenz, Emojis bestanden aus Doppelpunkt, Bindestrich, Klammer.

Damals: Meeting-Absage per SMS: „Schaffe es heute leider ncht“. Autokorrektur? Fehlanzeige.

Webdesign: Frames, „Under Construction“ und der Skip-Intro-Button

Websites setzten auf Frames und Tabellenlayout. Banner blinkten als Flash-Intros und unten stand: „Best viewed at 800×600 in Internet Explorer“. CSS war mühsam, Netscape verschwand, IE6 dominierte mit Eigenheiten, über die Frontend-Teams noch heute wettern können (zumindest die mit Jahrgang 1980 und älter).

Damals: Der heilige Gral hiess „pixelgenau in allen Browsern“. Klingt harmlos, war es nicht.



Y2K, Clippy und die Kunst der Assistenten

Kurz vor 2000 drehte sich viel um das Jahr-2000-Problem: In älteren Systemen wurden Jahreszahlen oft zweistellig gespeichert („99“ statt „1999“). Denn Speicher war teuer. Nach dem 31.12.1999 hätte „00“ als 1900 gelesen werden können – mit Folgen für Datumsvergleiche, Zinsberechnungen, Wartungsintervalle usw. Was passierte also vor Silvester 1999? Unternehmen inventarisierten Anwendungen, suchten Datumsfelder, passten Code an und hielten Notfallpläne bereit. Und dann? Passierte gar nicht viel. Es gab Einzelfälle (falsche Datumsstempel, Kassensysteme), aber keine Kettenreaktion. Nicht, weil „nichts war“, sondern weil weltweit vorher aufgeräumt wurde.

Viel Lärm um nichts also. Dafür erschien Clippy: „Es sieht so aus, als würden Sie einen Brief schreiben…“. Heute heissen Assistenten eher ChatGPT oder Copilot und können mehr. Die Faszination ist geblieben: Software, die hilft, ohne im Weg zu stehen (obwohl sich bei Clippy darüber streiten lässt).

Damals: Hilfe war ein Pop-up mit drei Absätzen Text, die meist so gar nicht zum Problem passten. Heute ist es ein Chat, eine kontextsensitive Hilfe oder gleich ein Bot.

Was wir mitnehmen

Seit 2000 hat sich viel verändert. Zum Glück.

Was geblieben ist: gute Software entsteht aus Klarheit in den Prozessen, solidem Know-how und Teamarbeit, die auch im Kleinen funktioniert. Damals wie heute geht es darum, Komplexes verständlich zu machen und Lösungen zu bauen, die im Alltag tragen.

Und wer weiss, was das nächste Vierteljahrhundert bringt? Es geht rasant schnell voran und wir freuen uns, den zweiten Teil dieses Blog-Posts 2050 zu veröffentlichen.

Auf die nächsten Jahre! Mit weniger Ladebalken, dafür mit mehr Wirkung im Betrieb. Wenn Sie übrigens eigene Anekdoten aus der Zeit haben: Wir lesen sie gern.

Marc Cadalbert